Sonntag, 14. Juni 2026

Polyphem im Heiligen Land

  

Carl Gibson, aktuelles Foto, März 2026

 

 

Polyphem im Heiligen Land

Berauscht und geblendet, schlägt er um sich, um alle zu erschlagen, die ihn bedrohen, die Gegner auszurottend mit Stumpf und Stiel!

Der Mythos gibt ihm recht, ein alter Mythos von großen Königen – und über dem Recht die Macht der Waffen.

Trifft der Geblendete in seiner Rache beim wilden Wüten auf Widerstand, ruft er nach dem großen Bruder in der Ferne, der, der ihm verbunden ist im Geist, auch in der Vergeltung so ist wie er – der dann auch herbeieilt, um mit zu helfen mit noch mehr Wut und Kraft, Böse wie Gute erschlagend.

Gott, der wacker mitkämpft in gerechten Kampf, wird sich die Seinen schon zusammensuchen nach der großen Schlacht!

Nach mir die Sintflut!

Von Sodom und Gomorra hinein in die Apokalypse?

So denken wohl beide? Zum Untergang bereit- wie seinerzeit ein Führer, der alle mitreißen wollte?

Die Welt schaut dabei zu, auch zwei Völker, mitbetroffen von dem Wahn, ein kleines altes und ein junges großes – Verlierer beide!

 

 

 

Der Weltenretter beim Seelendoktor,

   

 

 

Carl Gibson, heute, aktuelles Foto, Ostern 2026





Der Weltenretter beim Seelendoktor,

beim Psychiater

„Ich werde die Welt noch retten“, sagte der starke Mann und Weltenlenker selbstbewusst, von höheren Sphären aus erleuchtet, „doch um diese neue Schöpfung umzusetzen, muss ich das Alte erst vernichten!“!

Er hatte wohl von Nietzsche gehört, von der „Umwertung aller Werte“, die ein Zarathustra einst predigte im Land der Perser und der Feuertänzer, also wollte er zur Tat schreiten, beginnend mit einer große Reinigung, mit einer Katharsis in Persien zunächst, um dort alles auszurotten, was nicht koscher war, mit Stumpf und Stiel.

Eine „Zivilisation werde ich von der Erde tilgen“, ergänzte er, „etwas, was morgen nicht mehr sein wird und auch nicht wiedergebracht werden soll in meiner Neuschöpfung für mein Volk und mich, denn wir sind die Größten und Mächtigsten auf Erde, im Bund, ja, Eins mit dem Volk der Auserwählten, das Gott, der Allmächtige so gewollt hat, unser Allmächtiger, der, mit oder ohne Jesus und dem Heiligen Geist, mächtiger ist als der Allmächtige der anderen Seite!!

So redete er von seiner Vision, während der Seelendoktor, sauertöpfisch-skeltisch in die Welt blickend, nur noch staunte!

Ein Stupor mundi – im Deja-Vu

„Sie sind wohl gänzlich verrückt geworden“, sagte er dann doch noch mit schwacher Stimme, einsehend, dass in diesem Fall alles Hoffen verloren ist, nach Paulus und nach Dante - wie nach dem Holocaust.

Denn, wenn Retter reden, soll die Menschheit schweigen, sich in das Schicksal fügen – wie die Araber unter den Bomben in Gaza.

„Wenn einer hier den Verstand vollkommen verloren hat, dann sie Sie es“, konterte der Selbstherrliche selbstbewusst, der Geist, den nichts mehr erschüttern konnte, denn er war längst jenseits von und Böse und auf dem Weg in höhere Sphären, sehnsüchtig sich den Himmel ausmalend, für sich, und die Hölle für alle seine Geger, daheim, für die Feinde im Ausland, im Abendland wie in den Fernen des Morgenlandes, wo noch andere Völker lebten, größere und ältere, aber allesamt Heiden, also wert, von der Erde getilgt zu werden in höherem Auftrag!

„Ich muss mir wohl einen anderen Doktor suchen“, sagte er zu sich selbst im Trost, „einen, der mir „ewige Jugend“ bescheinigt, ohne Alter, Altern und Zerfall“, und ging, vergessend, die Honor-Rechnung zu bezahlen.

 

Der kleine Mann mit der großen Keule

    

Carl Gibson, Staatskritiker, unabhängiger politischer Beobachter und Kommentator, freier Blogger, Bürgerrechtler, Buch-Autor und Publizist, aktuelles Foto, August 2025


  

 

Der kleine Mann mit der großen Keule

Irgendwo am Ende der Welt lebte einmal ein Mann, ein kleiner Mann mit einer großen Streitkeule, mit der er dann auch wacker auf seine Nachbarn einschlug, auf Leute, die eine solche Keule nicht hatten.

„Ich will auch eine große Keule“, sagte schließlich einer der Verprügelten; und schickte sich an, solch eine Waffen zu zimmern, denn er fühlte bedroht von dem Kleinen mit der großen Keule, der bei Nacht und Nebel kam, um einfach zuzuschlagen, auch, wenn man am Tag davor noch miteinander geredet hatte, um Streit anzuwenden in der Disputation über höhere Wesen und andere Dinge!

„Mein Gott ist mächtiger als dein Gott“, sagte der eine!

Das Gleiche aber behauptete auch der andere.

Also gingen sie aufeinander los, schlugen sich die Nasen blutig, so dass die Fetzen flogen, und nicht nur die Fetzen, wobei der Kleine mit der großen Keule die Oberhand behielt, denn die Keule des anderen war noch in der Arbeit.

Als die Not schließlich groß war, schrie der Kleine nach dem großen Bruder, der auch noch da war, wenn auch in der Ferne, denn der hatte noch mehr Knüppel im Arsenal, alte, aus der Steinzeit, als die Menschen noch in Höhlen lebten, aber auch neue, wuchtigere, dazu auch noch die Mutter aller Knüppel, von Herkules herstammend, um alle tot zu schlagen, Groß und Klein.

Mit vereinten Kräften und im Bund wohl mit dem gleichen Gott, wie sie meinten, gingen sie dann auf die Bösen los: schließlich strebten jene nach der Keule, nach der verbotenen Keule, die sie nie haben sollten, gleich der Gleichheit unter den Völkern, die ihnen auch nicht zu stand, weil es den stärkeren Brüdern im Glauben und in Waffen so gefiel.

Wer böse ist, bestimmten die Brüder!

Und wer gut und gerecht ist unter der Sonne, das bestimmten die Brüder auch!

„Also müssen auch wir nach starken Genossen Ausschau halten, uns neue Freunde suchen und Partner im Abwehrkampf“, sagten sich eines Tages die Bedrängten; und machten sich auf den Weg, Achsen gründend und Bündnisse mit großen Brüdern auch ohne Götter, aber mit großen Keulen, damit es in der Zukunft, wenn auch nicht friedlicher, dann doch etwas gerechter zugehen sollte - in dieser besten aller möglichen Welten.

   

Im Schulhof – der kleine Junge und der Raufbold

Wenn andere – während der Pause – ihr Jausenbrot verzehrten, spielte er mit seinem roten Ball im Schulhof.

Das ging eine Weile gut, bis eines Tages ein Mitschüler auftauchte, der ihm das geliebte Spielzeug wegnehmen wollte, einer, der größer und stärker war als er und als Raufbold berüchtigt.

„Gib mir den Ball“, forderte ihn der Raubold auf, bestimmt und mit bedrohlichem Blick, bereit, auch zuzuschlagen, falls der Kleine ihm nicht zum Willen sein wollte.

„Was mir gehört, werde ich nicht hergeben“, wehrte sich der Kleine selbstbewusst, denn Angst hatte er keine vor dem Rüpel, der auch sonst nicht beliebt war unter Mitschülern, wenn auch gefürchtet.

Also kam es, wie es nicht hätte kommen sollen. Der Grobian ging auf sein Opfer los und schlug mit Fäusten auf den Wehrlosen ein, den Ball ganz und gar vergessend. Auf die Lektion kam es ihm an – und auf die Unterwerfung wie unter Hunden, Wölfen und im Urwald, wo der Affe sich dem Tiger beugt oder der Gorilla dem Alpha-Tier im hohen Baum der Gorillas.

Ein paar Mitschüler sahen dem Treiben zu, doch ohne Lust, dazwischenzufahren und dem Kleinen zu helfen. Blutige Nasen wollten sie keine, noch gebrochene Rippen.

„Wenn wir eingreifen, dann ruft er nach dem großen Bruder, der genauso boshaft ist wie dieser Schläger“, gab einer zu bedenken und zog sich vornehm zurück, die eigene Haut rettend, wenn auch mit schlechtem Gewissen.

Oben, aus dem Fenster, sah der Rektor zu, unschlüssig, mit einem Machtwort zu intervenieren. Was nun, was tun?

„Hochwürden“, rief er in seiner Not, „schauen sie sich das an!“

Der herbei eilende Mann Gottes, der seinen Religionsunterricht gerade absolviert und viel von der Gerechtigkeit Gotte geredet hatte, den Kindern früh schon Ethik vermittelnd und christliche Moral, bekreuzigte sich und erhob die Augen zum Himmel, um sich dann doch in die irdischen Geschicke zu fügen; denn sein Gott hatte es nun einmal so eingerichtet in der besten aller Welten mit der prästabilisierten Harmonie, in welcher der Mensch dem Menschen ein Wolf ist – und der kleine Mann mit der großen Keule mächtiger als ganze Völker, die keine Keulen haben, immer bereit, alle totzuschlagen, wenn sie sich nicht den Gesetzen der mit Macht waltenden Erdengötter unterwerfen.

 

  

Im Schulhof – der kleine Junge und der Raufbold

    

Carl Gibson, Staatskritiker, unabhängiger politischer Beobachter und Kommentator, freier Blogger, Bürgerrechtler, Buch-Autor und Publizist, aktuelles Foto, August 2025


  

   

Im Schulhof – der kleine Junge und der Raufbold

Wenn andere – während der Pause – ihr Jausenbrot verzehrten, spielte er mit seinem roten Ball im Schulhof.

Das ging eine Weile gut, bis eines Tages ein Mitschüler auftauchte, der ihm das geliebte Spielzeug wegnehmen wollte, einer, der größer und stärker war als er und als Raufbold berüchtigt.

„Gib mir den Ball“, forderte ihn der Raubold auf, bestimmt und mit bedrohlichem Blick, bereit, auch zuzuschlagen, falls der Kleine ihm nicht zum Willen sein wollte.

„Was mir gehört, werde ich nicht hergeben“, wehrte sich der Kleine selbstbewusst, denn Angst hatte er keine vor dem Rüpel, der auch sonst nicht beliebt war unter Mitschülern, wenn auch gefürchtet.

Also kam es, wie es nicht hätte kommen sollen. Der Grobian ging auf sein Opfer los und schlug mit Fäusten auf den Wehrlosen ein, den Ball ganz und gar vergessend. Auf die Lektion kam es ihm an – und auf die Unterwerfung wie unter Hunden, Wölfen und im Urwald, wo der Affe sich dem Tiger beugt oder der Gorilla dem Alpha-Tier im hohen Baum der Gorillas.

Ein paar Mitschüler sahen dem Treiben zu, doch ohne Lust, dazwischenzufahren und dem Kleinen zu helfen. Blutige Nasen wollten sie keine, noch gebrochene Rippen.

„Wenn wir eingreifen, dann ruft er nach dem großen Bruder, der genauso boshaft ist wie dieser Schläger“, gab einer zu bedenken und zog sich vornehm zurück, die eigene Haut rettend, wenn auch mit schlechtem Gewissen.

Oben, aus dem Fenster, sah der Rektor zu, unschlüssig, mit einem Machtwort zu intervenieren. Was nun, was tun?

„Hochwürden“, rief er in seiner Not, „schauen sie sich das an!“

Der herbei eilende Mann Gottes, der seinen Religionsunterricht gerade absolviert und viel von der Gerechtigkeit Gotte geredet hatte, den Kindern früh schon Ethik vermittelnd und christliche Moral, bekreuzigte sich und erhob die Augen zum Himmel, um sich dann doch in die irdischen Geschicke zu fügen; denn sein Gott hatte es nun einmal so eingerichtet in der besten aller Welten mit der prästabilisierten Harmonie, in welcher der Mensch dem Menschen ein Wolf ist – und der kleine Mann mit der großen Keule mächtiger als ganze Völker, die keine Keulen haben, immer bereit, alle totzuschlagen, wenn sie sich nicht den Gesetzen der mit Macht waltenden Erdengötter unterwerfen.

 

  

Der kleine Mann mit der großen Keule

Irgendwo am Ende der Welt lebte einmal ein Mann, ein kleiner Mann mit einer großen Streitkeule, mit der er dann auch wacker auf seine Nachbarn einschlug, auf Leute, die eine solche Keule nicht hatten.

„Ich will auch eine große Keule“, sagte schließlich einer der Verprügelten; und schickte sich an, solch eine Waffen zu zimmern, denn er fühlte bedroht von dem Kleinen mit der großen Keule, der bei Nacht und Nebel kam, um einfach zuzuschlagen, auch, wenn man am Tag davor noch miteinander geredet hatte, um Streit anzuwenden in der Disputation über höhere Wesen und andere Dinge!

„Mein Gott ist mächtiger als dein Gott“, sagte der eine!

Das Gleiche aber behauptete auch der andere.

Also gingen sie aufeinander los, schlugen sich die Nasen blutig, so dass die Fetzen flogen, und nicht nur die Fetzen, wobei der Kleine mit der großen Keule die Oberhand behielt, denn die Keule des anderen war noch in der Arbeit.

Als die Not schließlich groß war, schrie der Kleine nach dem großen Bruder, der auch noch da war, wenn auch in der Ferne, denn der hatte noch mehr Knüppel im Arsenal, alte, aus der Steinzeit, als die Menschen noch in Höhlen lebten, aber auch neue, wuchtigere, dazu auch noch die Mutter aller Knüppel, von Herkules herstammend, um alle tot zu schlagen, Groß und Klein.

Mit vereinten Kräften und im Bund wohl mit dem gleichen Gott, wie sie meinten, gingen sie dann auf die Bösen los: schließlich strebten jene nach der Keule, nach der verbotenen Keule, die sie nie haben sollten, gleich der Gleichheit unter den Völkern, die ihnen auch nicht zu stand, weil es den stärkeren Brüdern im Glauben und in Waffen so gefiel.

Wer böse ist, bestimmten die Brüder!

Und wer gut und gerecht ist unter der Sonne, das bestimmten die Brüder auch!

„Also müssen auch wir nach starken Genossen Ausschau halten, uns neue Freunde suchen und Partner im Abwehrkampf“, sagten sich eines Tages die Bedrängten; und machten sich auf den Weg, Achsen gründend und Bündnisse mit großen Brüdern auch ohne Götter, aber mit großen Keulen, damit es in der Zukunft, wenn auch nicht friedlicher, dann doch etwas gerechter zugehen sollte - in dieser besten aller möglichen Welten.

 

Polyphem im Heiligen Land

   Carl Gibson, aktuelles Foto, März 2026     Polyphem im Heiligen Land Berauscht und geblendet, schlägt er um sich, um alle zu erschlagen, ...